Tolle Fotos bei Mondlicht und klarem Sternenhimmel - Fototipp 15

Aufnahmen bei Nacht

Fototipp

#15

Langsam neigt sich der Tag dem Ende zu und die Nacht beginnt. Die Dunkelheit zieht ein, die Straßen sind gesäumt vom Licht der Laternen und der Mond leuchtet im warmen Gelbton am Himmelszelt. Ab und an verleihen Wolken, die am Mond vorbeiziehen, der Szene einen Hauch von Mystik. Der ideale Moment also, um die Kamera hervorzuholen und Fotos zu schießen. Lasse dich durch unseren Fototipp zu fantastischen Nachtaufnahmen inspirieren.

Mit den richtigen Einstellungen ans Werk

Nachtaufnahmen sind nicht nur besonders schön, sondern auch anspruchsvoll. Die Dunkelheit und das künstliche Licht stellen den Fotografen vor besondere Herausforderungen. Doch hat man erst einmal die richtigen Einstellungen vorgenommen, lassen sich atemberaubende Aufnahmen gestalten.

Das Motivprogramm
Falls du schnell zu guten Ergebnissen kommen möchtest, empfiehlt sich das Motivprogramm „Nachtaufnahmen“ deiner Kamera. Dieses übernimmt alle Einstellungen automatisch und du brauchst nur noch ein passendes Motiv zu wählen und auf den Auslöser zu drücken. Mehr Einfluss auf die Bildgestaltung und die -qualität erhältst du allerdings, wenn du die Einstellungen manuell vornimmst. Denn Nachtfotografie ist nicht gleich Nachtfotografie. So benötigen manche Motive spezielle Belichtungseinstellungen. Außerdem lassen sich spannende Effekte erzeugen, wie zum Beispiel Sternenspuren. Probier's aus.

Bildrauschen gekonnt vermeiden
Sicherlich kennst du das. Du fotografierst nachts ein Gebäude oder ein anderes Objekt und stellst hinterher fest, dass das Bild grobkörnig und unprofessionell wirkt. Um dieses Bildrauschen zu vermeiden, stell den ISO-Wert auf 100 oder 50. Sollte es für diese Werte schon zu dunkel sein, dann probier einfach einen ISO-Wert von 200 bis 400. Achtung: Aufgrund der erhöhten Belichtungszeit, die bei einem geringeren ISO-Wert notwendig ist, empfiehlt es sich ein Stativ zu verwenden. Doch damit nicht genug: Für eine wirklich gelungene Nachtaufnahme benötigst du ebenfalls die richtige Blendenzahl. Viele Objektive erreichen bei einer Blendeneinstellung zwischen f8 und f16 eine sehr gute Bildleistung.

Expertenwissen

Wie entsteht störendes Bildrauschen? Zunächst einmal befinden sich auf dem CCD-Chip deiner Kamera lichtempfindliche Dioden. Wenn nun das Licht auf die Dioden fällt, wird die Lichtinformation in elektrische Spannung umgewandelt. Je heller das Licht ist, umso höher ist auch die Spannung. Der CCD-Chip wird allerdings mit einer Grundspannung versorgt, die bei Helligkeit nicht weiter ins Gewicht fällt. Wird es nun dunkel, macht sich diese Grundspannung allerdings in Form eines Rauscheffektes in der Bildqualität bemerkbar. Warum? Generell versucht die Kamera die Lichtverhältnisse auszugleichen und stellt den ISO-Wert höher ein. Durch diese Automatik wird die Empfindlichkeit der Dioden verstärkt und somit leider auch die Grundspannung. Diese sorgt für den unschönen Rauscheffekt. Stelle daher bei Nachtaufnahmen einen geringeren ISO-Wert ein.

Verwackler vermeiden
Verzerrungen durch Wackeln ruinieren so manche eigentlich schöne Momentaufnahme. Nutze daher wenn möglich ein Stativ und schalte den Bildstabilisator aus. Sicherlich wirst du jetzt denken, dass dieser doch gerade dazu da ist, um makellose Bilder zu bekommen. Doch selbst, wenn deine Kamera fest auf dem Stativ fixiert ist, kann gerade der Einsatz des Stabilisators zu Fehlkorrekturen führen, wodurch deine Aufnahme misslingt. Also verzichte hier lieber auf den Bildstabilisator. Auch der Auslöseknopf ist eine häufige Ursache für unschöne, verzerrte Bilder. Denn das Drücken des Auslöseknopfes kann zwangsläufig zu Erschütterungen führen. Mit einem Fernauslöser oder der Auslöseverzögerung bist du auf der sicheren Seite. Benutzt du eine Spiegelreflexkamera? Dann solltest du unbedingt die Spiegelvorauslösung einstellen. Damit lassen sich verwacklungsfreie Bilder schießen, die jeden in den Bann ziehen.

Ein Stativ vermeidet verwackelte Bilder

Tipp für Fortgeschrittene: Nimm die Bilder, wenn möglich, im RAW-Format auf. Der Vorteil: Es gehen keine Bildinformationen verloren und so lassen sich dann auch Korrekturen wie der Weißabgleich noch nachträglich verlustfrei durchführen.

Eindrucksvolle Nachtszenen bei sternenklarem Himmel

Der Mond
Das Licht des Mondes besitzt magische Kräfte. Sobald der Mond im hellen Glanz am Nachthimmel scheint, denkt so mancher daran, diesen wunderbaren Moment mit der Kamera einfangen zu wollen. Damit dein Foto die Pracht und die Schönheit unseres Erdtrabanten optimal widerspiegelt, achte auf die Belichtungszeit. Beispiel: Wenn du die normale Belichtungszeit, die für die Nachtfotografie in der Regel ideal ist beibehältst, wird der Mond auf deinem Foto überbelichtet und unscharf sein. Denn der Mond reflektiert das Licht der Sonne und bewegt sich zudem um die Erde. Mit einer geringeren Belichtungszeit stellst du sicher, dass der Mond klar und scharf abgebildet wird. Im Internet gibt es dazu verschiedene Tabellen, die bei der Bestimmung der richtigen Belichtungseinstellung helfen. Mystisch wird es, wenn sich die Wolken vor den Mond schieben. In diesem Fall ist es auch nicht ganz so schlimm, wenn die Konturen des Mondes verwaschen wirken. Die Wolken, die vom Mond angestrahlt werden, lassen dein Foto geheimnisvoll erscheinen.

Eindrucksvolle Nachtfotos bei sternklarem Himmel

Tipp: Fantastische Mondaufaufnahmen ganz leicht umgesetzt
Besitzern von einfacheren Digitalkameras kann ebenso geholfen werden: Die LUMIX von Panasonic bietet beispielsweise den „Digitalzoom“, eine fantastische und zugleich kinderleichte Voreinstellung für beeindruckende Mondaufnahmen bei sternenklarer Nacht.

Künstliche Lichtquellen in Szene setzen
Die Einstellung der Blende verbessert nicht nur die Qualität deiner Bilder. Mit der Blendeinstellung lassen sich auch faszinierende Effekte rausarbeiten. Hast du schon einmal bei deinen nächtlichen Fotostreifzügen eine größere Blende verwendet? Dann ist dir sicherlich aufgefallen, dass die Laternen auf deinen Fotos wie Sterne funkeln. Diese sternenförmigen Lichtscheine beeinflusst du mit der Blendeinstellung. Nutzt du eine kleie Blende, so wird der Effekt vermieden, nutzt du jedoch eine größere Blende, so kannst du diesen diesen gestalterisch einsetzen.

Künstliche Lichtquellen wirkungsvoll fotografieren

Sternenspuren
Nachts, wenn der Himmel klar ist, kann man sie sehen. Das Funkeln der Sterne versetzt so manchen ins Staunen. Zu Recht, denn Sterne sind ein wunderbares Fotomotiv. Sie bieten allerlei zauberhafte Gestaltungsmöglichkeiten. Imposant sind beispielsweise die sogenannten Sternenspuren, welche durch eine lange Belichtungszeit entstehen. Während deine Kamera noch belichtet, dreht sich die Erde weiter und es erscheinen faszinierende Lichtspuren auf deinen Bildern. Ein toller Effekt, der sich sogar noch verstärken lässt. Nutze einen Kompass, um deinen Standort zu bestimmen und richte dann deine Kamera nach Norden aus. Jetzt musst du nur noch den Polarstern mittig im Bild platzieren und schon kann es losgehen. Achte darauf, dass dein Sujet auch in nördlicher Richtung fotografiert werden kann. Lichte die Sternenspuren möglichst fern von Ortschaften ab. Ansonsten würden die künstlichen Lichtquellen die gesamte Bildstimmung ruinieren. Der Mond sollte auch nicht im Bild sein. Nimm ihn lieber zum Ausleuchten des Vordergrunds. Fokussiere nun auf dein Motiv und verwende nach Möglichkeit wieder den Fernauslöser. Probiere auch mehrere Belichtungseinstellungen aus. Du kannst die einzelnen Belichtungsserien später mit einer sogenannten Sartrail-Software zusammenfügen.

Wie du Sternenspuren auf deinen Fotos festhältst

Die Blaue Stunde
Im Fototipp 12 haben wir dir bereits erklärt, was die Blaue Stunde ist und wie du zu dieser Zeit spannende Bauwerke in Szene setzt. Nun möchten wir dir natürlich nicht vorenthalten, wie du den Zeitraum der Blauen Stunde ermittelst. So gibt es im Internet zahlreiche Rechner, die dir dabei helfen. Einer davon ist der Rechner von JeKo-Photo. Gib einfach den gewünschten Ort, den Monat und das Jahr an, und klick dann auf „Berechnen“. Nun erhältst du eine Liste mit den Tagen und Zeitangaben. Die Liste lässt sich ausdrucken und ist somit ein idealer Begleiter für deine nächste Fototour.

Nachtfotos mit dem Smartphone

Egal welche Situation – das Smartphone ist immer dabei und wird gerne für spontane Aufnahmen benutzt. Hat man die Kamera zu Hause vergessen, kann man mit dem Smartphone ebenso spannende Situationen festhalten und mit Freunden oder Verwandten teilen. Allerdings sind den Smartphone-Bildern auch Grenzen gesetzt. Die integrierten Kameras sind im besonderen Maße von der Lichtsituation abhängig. Möchte man also bei Nacht fotografieren, kann es leicht zu starkem Bildrauschen kommen. Manche Smartphone-Kameras bieten Einstellungsmöglichkeiten, um diesen unschönen Effekt etwas abzumildern. So lässt sich die Lichtempfindlichkeit bei vielen Geräten über „Helligkeit +/-“ justieren. Reduziere hier den ISO-Wert mit der Minustaste. Viele Smartphone-Kameras haben auch einen Nachtmodus. Dieser verstärkt das Restlicht und es kommt zu einer längeren Belichtungszeit. Halte dein Smartphone somit möglichst ruhig mit beiden Händen fest oder suche nach einer festen Unterlage (Stativ).

Tipp: Für manche Smartphones stehen mittlerweile spezielle Apps zur Verfügung, mit deren Hilfe sich auch nachts noch besser ausgeleuchtete Fotos schießen lassen. Die App „Night Modes“, die für das iPhone erhältlich ist, bietet dem Nutzer eine frei einstellbare Belichtungszeit. Auch für Android-Nutzer gibt es diverse Fotoapps, wie zum Beispiel „Camera FV-5“.

Qualität
Plus X Award

Als innovativste Marke der Fotobranche erhielt FUJIFILM Imaging Germany 2015 den Plus X Award Most Innoative Brand - die höchste Auszeichnung der Jury.

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