Regeln und Ratschläge zur Porträtfotografie

Alles über Porträtfotografie

Fototipp

#22

Mithilfe von Porträts sollen Personen auf künstlerische Art und Weise abgebildet werden. Das Porträtieren spielte schon immer eine wichtige Rolle. Durch Porträts in jeglicher Form vergegenwärtigt ein Künstler dem Betrachter die Individualität und den Charakter einer Person. Heute spielen Porträts vor allem in der Fotografie eine entscheidende Rolle. Zum einen bieten Kameras die Möglichkeit zunehmend qualitativ hochwertige Bilder aufzunehmen und so die Individualität und Persönlichkeit eines jeden Charakters optimal hervorzuheben. Zum anderen steigt die Quantität der Porträtaufnahmen in allen möglichen Lebenslagen und Situationen dadurch, dass beinahe jeder stets und immer ein Smartphone mit sich trägt.

Das Wesen der Porträtfotografie

Klassischerweise denkt man bei einem Porträt an eine Aufnahme einer Person vom Kopf bis zu den Schultern. Mit einem Porträt kann jedoch auch die gesamte Person oder gar mehrere Personen in Szene gesetzt werden (Beispiel: Familienporträts). Bei Porträtfotos ist vor allem der echte, natürliche Aus- und Eindruck der abgebildeten Personen entscheidend! Ein wichtiges Merkmal sind die Augen, da diese als „Spiegel der Seele“ gelten. Aus diesem Grund solltest du bei einem Porträt den Fokus idealerweise auf die Augen deines Gegenübers legen. Und wenn wir schon beim natürlichen Gemüt des Motivs sind: Für ein gutes Porträtfoto ist eine natürliche, schmeichelhafte Haltung von immenser Wichtigkeit. Verkrampftes Dastehen oder ein verzweifelter Versuch eine „coole“ Haltung einzunehmen wirkt unnatürlich und kommt beim Betrachter nicht gut an.

Natürliche Haltung

Im Zeichen der Natürlichkeit sollte auch die ausgewählte Umgebung für das Foto stehen. Da die Persönlichkeit des Abgelichteten im Vordergrund steht, sollte der Hintergrund nicht zu überfüllt sein, um nicht abzulenken. Der Hintergrund sollte jedoch auch nicht komplett leer sein, da dies für Porträts des Alltags sehr unnatürlich wirkt. Um eine Person in ihrem Naturell auf einem Porträt einzufangen, bietet sich eventuell ein thematisch passender Hintergrund an.

passender Hintergrund beim Fotografieren

Alles eine Frage der Perspektive?
Die Perspektive, aus der du eine Person ablichtest, beeinflusst wie deren Persönlichkeit vom Betrachter wahrgenommen wird. Insbesondere bei Porträts tritt dieser Effekt auf. Fotografierst du dein Motiv von oben, wirkt die Person eher angreifbar. Lichtest du dein Gegenüber jedoch von unten ab, hat dies eher den gegenteiligen Effekt.

Was du für schöne Porträtfotos außerdem beachten solltest

Belichtung: Bei der Belichtung von Porträts gilt, wie in vielen Bereichen der Fotografie, experimentieren und kreativ werden! Am besten findest du für dich selbst heraus, ob du lieber mit hartem oder weichem Licht arbeitest, ob du das Licht lieber aus natürlichen oder künstlichen Quellen beziehst und so weiter. Außerdem kannst du ausprobieren, welche Lichtrichtung für das Motiv am besten geeignet ist. Hier gibt es eigentlich kein Richtig oder Falsch, denn Fotografieren ist schließlich Kunst. Die Belichtung ist zudem oftmals von der Umgebung und dem Motiv abhängig. Grundsätzlich sollte aber eine frontale Beleuchtung einer Person vermieden werden, da hierdurch einige Stellen überbelichtet, andere Stellen wiederum zu dunkel und hart aussehen können. Ein Blick des Abgebildeten in Richtung der Lichtquelle kann je nachdem sehr ästhetisch wirken. Tobe dich mit deinem Model aus!

Wenn du ein Porträtfoto schießt und zum Aufhellen den Kamerablitz einsetzt, solltest du zusätzlich einen Reflektor verwenden, der das Licht dimmt und das Bild dadurch weicher zeichnet. Ein kleiner Trick für Aufsteckblitze: Du kannst bei einer Fotoaufnahme auch indirekt blitzen, was die harte Beleuchtung durch den Blitz ebenfalls weicher macht. Den Blitz dafür einfach so ausrichten, dass dieser in Richtung einer weißen Wand oder Decke zeigt. Mithilfe des Belichtungsausgleichs kannst du experimentieren, wenn dein Porträt zu dunkel oder zu hell erscheint. Oft macht es Sinn, den Belichtungsausgleich an der Fotokamera auf +1 zu stellen, wenn ein Porträt insgesamt zu dunkel wirkt. Auch bei Bildern und Motiven, die viel Weiß enthalten, lohnt es sich eventuell die Helligkeit mit dem Belichtungsausgleich anzupassen. Ansonsten immer dran denken: Weniger ist manchmal mehr. Für ein gutes Porträt ist nicht zwangsweise helles Licht von Nöten! Das Spiel mit Hell und Dunkel kann deinem Porträt das gewisse Etwas verleihen.

Die richtige Belichtung

Daumenregel für die Belichtungszeit: Die Belichtungszeit der Kamera solltest du höher als die Brennweite des Objektivs wählen, damit das Porträt nicht verschwommen aussieht. Bei Weitwinkelobjektiven, also mit sinkender Brennweite, kannst du die Belichtungszeit entsprechend drosseln.

Objektivwahl bei Systemkameras: Weitwinkelobjektive fangen im Vergleich zu Teleobjektiven mehr Tiefenschärfe ein. Da Teleobjektive den Fokus im Gegensatz dazu mehr auf das eigentliche Motiv und weniger auf den Hintergrund richten, werden diese in der Porträtfotografie gegenüber Weitwinkelobjektiven bevorzugt. Grundsätzlich empfiehlt sich für ein Porträt von Einzelpersonen eine Brennweite von 70–100 mm. Bei Porträts von mehreren Personen kannst du ruhig den Schritt hin zu Weitwinkelobjektiven wagen.

So schießt du schönere Porträtfotos mit dem Smartphone

Smartphones bringen für die Porträtfotografie einige Herausforderungen mit sich. Zum einen verfügen die meisten Handykameras über Weitwinkelobjektive, was sich ja für die Porträtfotografie nicht als optimal erwiesen hat. Somit ist es mit einer Handykamera kniffliger das Hauptmotiv zu fokussieren. Einige Smartphone-Hersteller bieten ihren Kunden zusätzliche Objektive an, mit denen die Brennweite erweitert werden und die Tiefenschärfe so verringert werden kann. Da gerade bei Porträts die Belichtung eine wichtige Rolle spielt, stellt diese eine weitere Barriere bei der Porträtfotografie mit der Smartphone-Kamera dar. Doch die meisten Handys bieten die Option, verschiedene Beleuchtungsmodi einzustellen, mit denen die Bilder optisch aufgewertet werden können. Wenn das Porträt zu dunkel erscheint, kannst du außerdem mit dem ISO-Wert experimentieren, der sich bei den meisten Kamerahandys mittlerweile ebenfalls einstellen lässt. Der ISO-Wert beeinflusst die Lichtempfindlichkeit der Smartphone-Kamera. Damit die Bilder bei einer empfindlicheren Einstellung nicht verwackeln, solltest du zusätzlich ein Stativ verwenden oder dich zum Fotografieren auf einem anderen, stabilen Untergrund abstützen.

Fotografieren mit dem Smartphone
Qualität
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Als innovativste Marke der Fotobranche erhielt FUJIFILM Imaging Germany 2015 den Plus X Award Most Innoative Brand - die höchste Auszeichnung der Jury.

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