Schwarz-Weiß-Fotografie gekonnt gestalten - Fototipp 20

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Schwarz-Weiß-Fotografie

Fototipp

#20

Zurück zu den Ursprüngen

Spätestens seit sich 2012 der Film „The Artist“ als absoluter Publikumsmagnet und Oscar-Abräumer entpuppte, erlebt Schwarz-Weiß auch in der Fotografie eine Art Renaissance. Nie ganz von der Bildfläche verschwunden, macht heutzutage gerade das den Reiz aus, was man im Anfangsstadium der Fotografie als Schwachpunkt gesehen hat: Das Fehlen von Farbe. Dadurch werden anstelle von farblichen Kompositionen Strukturen und Texturen in den Vordergrund des Bildes gestellt.

Bewusst Schwarz-Weiß fotografieren

Fehlen von Farbe als Stilmittel der Fotografie

Die Welt ist bunt, daher ist die erste Frage, die du dir stellen musst folgende: Lohnt es sich überhaupt, dieses oder jenes Motiv in Schwarz-Weiß zu fotografieren? Zum Glück brauchst du dich bei modernen Kameras nicht wie bei den analogen Vorgängern durch den Kauf eines Films vorab festlegen, ob du farbige oder Schwarz-Weiß-Bilder fotografieren willst. Digitalkameras oder Smartphones erlauben es dem Fotografen heute, einfach auszuprobieren, ob ein gewähltes Motiv in Schwarz-Weiß-Optik überzeugt oder eher langweilig ist.

Bei der Schwarz-Weiß-Fotografie wird die Bildkomposition besonders gut in den Vordergrund gestellt, da störende Elemente quasi wie von selbst in den Hintergrund rücken. Außerdem wird die Wahrnehmung des Betrachters auf das Wesentliche gelenkt.

Besonders gut zur Geltung kommen Motive, die von Kontrastunterschieden leben. Außerdem muss das Motiv abwechslungsreich in den Hell-Dunkel-Schattierungen sein.

Porträts in Schwarz-Weiß fotografieren

Menschen in Schwarz-weiß porträtieren

Porträts bekommen einerseits eine klassische Note, andererseits wird durch das Fehlen der Farbe die Persönlichkeit in den Vordergrund gerückt.

Kleiner Tipp: Hier verstärkt eine seitliche Ausleuchtung den Kontrast.

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Gebäude in Schwarz-Weiß fotografieren

Architektur-aufnahmenin Schwarz-Weiß

Auch Gebäuden steht der schwarz-weiße Look sehr gut. Der beste Zeitpunkt zur Gebäudefotografie liegt übrigens in den frühen Morgenstunden. Zum einen sind zu dieser Zeit wenige Menschen unterwegs, zum anderen sorgt der niedrige Sonnenstand für lange Schatten und bringt Strukturen besser hervor.

Egal, für welches Motiv du dich entscheidest, auch bei der Schwarz-Weiß-Fotografie gilt die goldene Regel: Weniger ist mehr. Konzentriere dich auf ein klar erkennbares Hauptmotiv.

Kamera-Einstellung

Jede Kamera hat eine unterschiedliche Herangehensweise für die Umwandlung von Farbinformationen in Grautöne. Eines haben die Kameras jedoch alle gemeinsam: Sie haben keine oder unzureichende Einstellungen, um das Aussehen deiner Bilder zu beeinflussen. Die Kamera lässt im Schwarz-Weiß-Modus lediglich die Farben weg und setzt das Bild in Grautöne um. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass wichtige Bildinformationen fehlen. Die Lösung des Problems liegt für Nutzer einer digitalen Kamera darin, die Fotos im richtigen Format abzuspeichern und hinterher am Rechner zu bearbeiten.

Das richtige Format

Generell gilt die Regel: Alle Fotografen, die im JPEG-Format abspeichern müssen, sollten lieber zunächst einmal in Farbe fotografieren und später die Farbbilder am Computer nachbearbeiten.

Allerdings empfiehlt es sich, Probeaufnahmen in Schwarz-Weiß zu machen, um herauszufinden, ob das Motiv lohnenswert ist. Dies ist eine interessante Möglichkeit für Smartphone-Nutzer, die ihre Bilder nicht im RAW-Format abspeichern können.

Tipp: Bei der Handykamera öffnest für die Probeaufnahmen in Schwarz-Weiß einfach die Kamera-App und klickst auf das Rädchensymbol bzw. beim iPhone auf die drei Kreise neben dem Auslösebutton, um einen schönen Grautoneffekt auswählen.

RAW-Format

Wenn du aber mit einer Digitalkamera fotoagrafierst, solltest du eine andere Option wählen, denn durch die Umwandlung von Farbe in Schwarz-Weiß wird bei Abspeicherung im JPEG-Format Qualität verschenkt. Um dem entgegenzuwirken, gibt es bei Kameras einen Trick.

Die meisten modernen Kameras können neben der typischen Speicherung im JPEG-Format auch Bilder im RAW-Format abspeichern und genau dieses Format bietet einen entscheidenden Vorteil für die spätere Bearbeitung des Fotos.

Das RAW-Format hat nämlich nicht umsonst den Ruf, so etwas wie ein digitales Negativ zu sein.

Fotografieren im RAW-Format

Bilder im Raw-Format verlustfrei nacharbeiten

Beim Fotografieren im RAW-Format geschieht zunächst einmal Folgendes:
Nach dem Drücken des Auslösers speichert die Kamera alle Pixel des Bildes so ab, wie der Sensor der Kamera sie wahrgenommen hat.

Dies ist ein entscheidender Vorteil gegenüber dem JPEG-Format, bei dem alle Einstellungen sozusagen sofort im fertigen Foto bei der Speicherung auf der Karte mitgespeichert werden. Das heißt: Wird beim Anblick des fertigen Fotos ersichtlich, dass man eine andere Einstellung hätte wählen sollen, ist das im RAW-Format kein Problem, da das Bild qualitätsverlustfrei nachbearbeitet werden kann. Dies kann in der mitgelieferten Bildbearbeitungssoftware erledigt werden. Manche Kameras verfügen über eine Einstellung, die es möglich macht, den Schwarz-Weiß-Modus in Kombination mit der Speicherung im RAW-Format zu nutzen.

Schaue am besten dazu in deine Bedienungsanleitung.

Bearbeitung der fertigen Fotos

Nachbearbeitung von digitalen Bildern
Anpassung von Kontrasten

Prinzipiell kann jedes Foto im Nachgang mithilfe einer Bildbearbeitungssoftware verschönert werden. Mit den zur Verfügung stehenden Werkzeugen lässt sich der Farbbereich entweder von Hand leicht verändern oder gleich in einem Schritt in Schwarz-Weiß konvertierten. Manchmal ist es lohnenswert, zuerst die manuellen Einstellungen auszuprobieren, indem man die Regler so lange verschiebt, bis man mit dem Ergebnis zufrieden ist. Auch Kontraste können hier problemlos angepasst werden.

Expertentipp: Obwohl das Foto danach in Schwarz-Weiß vorliegt, kann trotzdem der Regler für die Farbtemperatur verwendet werden.

Das einzige Problem dabei: Es wird dir vermutlich schwer fallen, dich für eine Variante deines Bildes zu entscheiden, denn der Farbtemperaturregler sorgt schon bei minimalen Bewegungen für Veränderung des Fotos und daher für zahlreiche schöne Varianten deines Bildes.

Was du ebenfalls ausprobieren solltest, ist die Verwendung des Gradiationskurvenreglers. Lichter werden durch ihn bis in die Tiefe bearbeitet. Das sorgt für ein konturscharfes und kontrastreiches Schwarz-Weiß-Foto.

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